Winterschnitt 2017: Bestens gelungener Doppelpack

Da haben wir ja was Gutes draufgesetzt! Der „üblichen“ Schnittvorführung mit Helmut Fuchs haben wir dieses Jahr erstmals einen Theorieteil vorangestellt. Da referierte und diskutierte am letzten Donnerstagabend unser Ausschussmitglied Wilhelm Gunkel mit unglaublichen 30 begeisterten Gästen in der Roßwälder Verwaltungsstelle, wie mit einem guten Winterschnitt die bestmögliche Wirkung auf das Wachstum und den Fruchtertrag unserer Streuobstbäume erzielt werden kann.

Unterstützt von Sohn Matthias, zeigte der ausgebildete Fachwart für Obst- und Gartenbau anhand zahlreicher Fotos beeindruckend gute, aber auch abschreckende Beispiel des Obstbaumschnitts. Souverän beschrieb er, wie aus den „verkorksten“ Bäumen mit bestimmten Maßnahmen doch noch was werden könnte und wie aus den guten Schnittmaßnahmen noch etwas mehr heraus geholt werden kann. Mit viel Kompetenz und Humor begründete er in seinem Premierenvortrag seine Maßnahmen, warum und wie er in den jeweiligen Baumwuchs eingreifen würde. Bemerkenswert auch, mit wie viel Sachverstand und Geduld er die vielen Fragen der Anwesenden beantwortete und wirklich nichts offen ließ. Danke Wilhelm für diesen tollen, informativen Abend und Dir Matthias, für die technische und moralische Unterstützung!

Danke auch an Helmut Fuchs, der dann am Samstagvormittag die Theorie in die Praxis umsetzte. Knapp 40 Interessierte, davon viele Auswärtige und solche, die schon bei Theorieabend dabei waren, ließen sich von ihm jetzt an den Bäumen des Arboretums konkret zeigen, was Wilhelm Gunkel zwei Tage zuvor in der Theorie empfahl. Der Vertreter des Schweizer Öschbergschnitts (übrigens anwendbar bei allen Obstbaumarten, außer Pfirsichen) erklärte vorab dessen Aufbau, der auch für nicht ganz so Sattelfeste durchaus nachvollziehbar und einfach anwendbar ist: Eine, nicht dominante, sondern eher spindelmäßige Mitte, vier Leitäste und je drei begleitende Fruchtäste, möglichst alle steil nach oben gerichtet, bilden das Gerüst für die Entwicklung eines gesunden und ertragreichen Obstbaumes – vor allem auch dann, wenn eine ausreichend große Baumscheibe angelegt wird. Sie gibt dem jungen Holz nicht nur zusätzliche wichtige Nährstoffe, sondern erleichtert später auch das lästige Mähen unter den Ästen und Zweigen. Die Botschaft von Helmut Fuchs: „Ein Obstbaum verträgt und verzeiht vieles, also nur Mut beim Schnitt!

Helmut Fuchs in seinem Element: Beim Vermitteln von Schnittpraktiken (Foto: Schmidt)

Um den Wuchs aber nicht in das Bauminnere zu fördern, sollen die inneren Augen möglichst ausgekratzt werden. Besonders die Südseite eines Baumes sollte so geschnitten werden, dass vorhandenes Laub vor Sonnenbrand schützen kann.

Zusammengefasst konnten wir in zwei tollen Veranstaltungen mit zwei äußerst kompetenten Referenten sehr viel zum richtigen Winterschnitt vermitteln. Es macht uns sehr stolz, dass Leute aus dem ganzen Landkreis unser Angebot auf- und annehmen. Wir sind ein gut aufgestellter und anerkannter OGV mit toller Außenwirkung! Danke nochmals an alle  Beteiligten.

 

 

Ach übrigens:

Wir haben in nächster Zeit noch weitere attraktive Veranstaltungen auf dem Plan, z.B. unsere Mostprämierung für alle am 10. März. Und auch über kleine und große Helferinnen und Helfer  einen Tag später bei unserer Nistkastenreinigung freuen wir uns sehr.

www.ogv-rosswaelden.deda gibt`s auch die Beitrittserklärung zum Ausdrucken